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Mittwoch, 8. April 2015

Zum Brandanschlag in Troeglitz: Wir alle haben so viel zu verlieren



Gastfreundschaft! Das ist ein wirklich großartiges Erbe des christlichen Abendlandes, auf das wir alle stolz sein können. Ebenso: Bedrängten, Verfolgten und den von Hunger und Elend Bedrohten unsere uneingeschränkte Hilfsbereitschaft zu gewähren: Das alles ist wertvolles „Welt-Kulturgut“.
Der Brandanschlag in Troeglitz lehrt uns, dass wir für diese Werte immer wieder aufstehen müssen. Biedermanns Brandstifter zündeln nicht nur dort. 
Alle Demokraten sollten deshalb immer wieder gemeinsam Flagge zeigen, damit menschenverachtende Hetze keinen Boden findet. Wir dürfen uns nie selbstzufrieden zurücklehnen. Wir müssen uns immer wieder anstrengen, Aufklärung und Information zu betreiben. Helmut Schmidt fasste einmal sinngemäß zusammen: Damit es uns allen gut geht, bedarf es des unablässigen Engagements für die Demokratie, die Rechtstaatlichkeit und den Sozialstaat. Der Prüfstein, wie ernst wir es mit diesem Gesellschaftsfundament meinen, ist unser Umgang mit Flüchtlingen.  Ministerpräsident Haseloff lässt sich zitieren: "Wir müssen das Thema ganz anders anfassen - von unserer generellen humanen und gesellschaftlichen Verpflichtung her." Deutschland habe "die Menschlichkeit zu praktizieren, die uns selber in unserer Geschichte mehrfach widerfahren ist".
Dennoch: Es ist falsch zu behaupten, „überall“ in Deutschland gäbe es nur Hass und Hetze gegen Flüchtlinge. Gerade im Landkreis Goslar wird zzt. ein Weg beschritten, der zeigt, wie es gehen könnte: Unter engagierter Regie von Menschen wie z.B. Herrn Kruckow oder Frau Ristig wird eine kluge, weil dezentrale Aufnahmepolitik praktiziert. Ebenso: Überall gibt es Gruppen von Mitbürgern, die seit Monaten konkrete Hilfe anbieten. Und: In den Kirchengemeinden wird fast geräuschlos Nächstenliebe praktiziert, die gerade Zuwanderern gut tut. Oder am 21.März: Auf Goslars Marktplatz kamen zur Demonstration am UN-Tag gegen Rassismus ohne viel Vorbereitung über 300 Menschen zusammen und fanden klare Worte. Und in Planung: Am Pfingstmontag wird es nach dem Ökumenischen Gottesdienst (25.5., ab 12 Uhr), einen Markt der Begegnung geben. Nein, Goslars Bürger zeigen in ihrer Mehrheit, dass sie verstanden haben: Wer die Menschlichkeit aufgibt, der gibt die Gesellschaft dem Hass preis.
Alle Demokraten sollten das ihre tun. Wir haben so viel Wertvolles zu verlieren.

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