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Montag, 2. Februar 2015

SPD Vorstand Goslar zum Tod von Richard von Weizsäcker: Trauer um einen herausragenden Demokraten

Goslar, 31.1.2015

Handeln und Worte des verstorbenen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker haben sich in unser kollektives Gedächtnis unauslöschlich eingebrannt.
Die große Rede des damaligen Bundespräsidenten zum vierzigsten Jahrestag des Kriegsendes 1985 fasste es so zusammen: Im Jahre 1945 hat das Deutsche Reich nicht nur einen Weltkrieg verloren und lag in Schutt und Asche. Die bedingungslose Kapitulation war auch eine Befreiung. Millionen Menschen waren bis 1945 massakriert, gefoltert, verstümmelt, vertrieben und um ihre Lebensperspektive gebracht worden. Diese Verbrechen, das war der wesentliche Ansatz des Redners, hatten ihren perfiden Anfang bereits am 30. Januar 1933 mit der sog. „Machtergreifung“. Richard von Weizsäcker nannte den Tag des Kriegsendes 1945 deshalb einen „Tag der Befreiung“. Diese Aussage bestimmt seither das Geschichtsverständnis der Deutschen nachhaltig.  
Ein Weiteres. Als Anfang der 1970er Jahre die meisten Konservativen in Deutschland die SPD noch als fünfte Kolonne Moskaus denunzierte, unterstützte der Bundestagsabgeordnete Richard von Weizsäcker die Ostpolitik von Willy Brandt öffentlich. Diese damalige Weitsicht tat der Demokratie derBundesrepublik sehr gut. Später als regierender Bürgermeister von Berlin spürten wir alle, dass er an dieser Politik der Aussöhnung mit großer persönlicher Glaubwürdigkeit und natürlicher Autorität fest hielt.
Wir teilen die Auffassung unseres Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel: "Richard von Weizsäcker hatte die Gabe und den Intellekt, den Menschen Orientierung zu geben und Deutschland in der Welt würdig zu vertreten… Mit großer persönlicher Glaubwürdigkeit und dadurch erworbener Autorität mahnte Richard von Weizsäcker stets eine emanzipierte Bürgerlichkeit an, die aus dem Versagen der  Vergangenheit Konsequenzen zieht."
Wir werden diesem großen Demokraten auch in Goslar ein ehrendes Andenken bewahren.
Norbert Müller, Jens Kloppenburg